ChatGPT so einrichten, dass dein Kind damit lernt

Leonardo Benini

Die meisten Jugendlichen nutzen ChatGPT für die Hausaufgaben. Lässt sich dein Kind die fertige Lösung geben, lernt es nichts. Lässt es sich die Aufgabe erklären, wird ChatGPT zum Nachhilfelehrer.

Genau dafür gibt es den Teen Account. OpenAI nennt ihn „ChatGPT for Teens“: Du verknüpfst dein eigenes ChatGPT-Konto mit dem Konto deines Kindes und legst danach selbst fest, wie ChatGPT für dein Kind funktioniert. Die wichtigste Einstellung ist der Lernmodus. Damit stellt ChatGPT Fragen, erklärt Schritt für Schritt und prüft, ob dein Kind es verstanden hat, statt einfach die Antwort zu liefern.

Die Einrichtung dauert etwa zehn Minuten.

Bevor du anfängst

  • Was du brauchst: ein eigenes ChatGPT-Konto, die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, mit der dein Kind bei ChatGPT angemeldet ist, und etwa zehn Minuten Zeit.
  • Voraussetzung: dein Kind hat ein eigenes ChatGPT-Konto. Laut OpenAI ist ChatGPT ab 13 Jahren erlaubt, unter 18 nur mit Erlaubnis der Eltern.
  • Am einfachsten: am Computer unter chatgpt.com. In der App können die Menüs anders aussehen.
  • Vorher erledigen: sprich kurz mit deinem Kind. Es muss die Einladung selbst annehmen, und es kann die Verknüpfung jederzeit wieder aufheben. Du bekommst dann eine Nachricht. Wenn dein Kind weiß, warum ihr das macht, hält die Einrichtung.

Schritt 1: Einstellungen öffnen

Melde dich unter chatgpt.com mit deinem eigenen Konto an. Klicke unten links auf deinen Namen, um das Profilmenü zu öffnen, und wähle „Einstellungen“.

Profilmenü in ChatGPT, der Punkt „Einstellungen“ ist markiert

Profilmenü in ChatGPT, der Punkt „Einstellungen“ ist markiert

Schritt 2: „Kindersicherung“ öffnen

Wähle in der Liste links „Kindersicherung“. Dort findest du den Button „Familienmitglied hinzufügen“.

Der Bereich „Kindersicherung“ in den ChatGPT-Einstellungen mit dem Button „Familienmitglied hinzufügen“

Der Bereich „Kindersicherung“ in den ChatGPT-Einstellungen mit dem Button „Familienmitglied hinzufügen“

Schritt 3: Dein Kind einladen

Klicke auf „Familienmitglied hinzufügen“. Im Fenster „Familienmitglied einladen“ gibst du die E-Mail-Adresse deines Kindes ein. Hat es sich mit seiner Handynummer angemeldet, wähle „Telefonnummer verwenden“. Wähle unter „Diese Person ist:“ die Option „Mein Kind“ und dann „Senden“.

Tipp: Nimm genau die E-Mail-Adresse oder Nummer, mit der dein Kind bei ChatGPT angemeldet ist. Sonst landet die Einladung bei einem Konto, das gar nicht genutzt wird.

Das Fenster „Familienmitglied einladen“ mit dem E-Mail-Feld und der Option „Mein Kind“

Das Fenster „Familienmitglied einladen“ mit dem E-Mail-Feld und der Option „Mein Kind“

Schritt 4: Dein Kind nimmt die Einladung an

Dein Kind bekommt eine SMS oder E-Mail mit einem Link, manchmal zusätzlich eine Benachrichtigung in ChatGPT. Über den Link nimmt es die Einladung an. Danach steht sein Name bei dir unter „Familienmitglieder“.

Tipp: Öffnet der Link nur ChatGPT, ohne dass „Annehmen“ erscheint, meldet sich dein Kind im Browser an, geht zu Einstellungen › Kindersicherung, öffnet dort die Einladung und wählt „Annehmen“. Kommt gar nichts an, kannst du bei deinem Kind unter Kindersicherung „Einladung erneut senden“ wählen.

Schritt 5: Den Lernmodus einschalten

Das ist der wichtigste Schritt. Wähle unter „Familienmitglieder“ den Namen deines Kindes. Jetzt siehst du alle Einstellungen, die du für dein Kind verwaltest. Schalte „Lernmodus“ ein. Ab Werk ist er aus.

Damit startet jeder neue Chat deines Kindes im Lernmodus. ChatGPT gibt dann nicht sofort die Lösung, sondern fragt, was dein Kind schon weiß, erklärt in kleinen Schritten, stellt Übungsfragen und gibt Rückmeldung auf die Antworten. Dein Kind kann auch ein Foto der Aufgabe, ein Arbeitsblatt oder seine Notizen hochladen.

Tipp: Findest du keinen Schalter „Lernmodus“, aktiviere stattdessen „Lernzeiten“ und lege sie auf alle Zeiten, in denen dein Kind Hausaufgaben macht. Laut OpenAI ersetzen die Lernzeiten die ältere Einstellung. Auch sie kannst nur du ändern, nicht dein Kind.

Schritt 6: Die übrigen Einstellungen prüfen

Auf derselben Seite findest du weitere Schalter. Diese lohnen einen Blick:

  • Sensible Inhalte reduzieren (ab Werk an). Lass ihn an. Er filtert unter anderem grafische Inhalte, virale Challenges, sexuelle oder romantische Rollenspiele, gewalttätige Rollenspiele und extreme Schönheitsideale.
  • Ruhezeiten (ab Werk aus). Zu diesen Zeiten kann dein Kind ChatGPT gar nicht nutzen, zum Beispiel nachts. Du kannst mehrere Zeitblöcke anlegen.
  • Sprachmodus und Bildgenerierung (ab Werk an). Für Hausaufgaben braucht es beides selten. Wenn du sie ausschaltest, sind die Funktionen für dein Kind weg.
  • Das Modell für alle verbessern (ab Werk an). Ausschalten, wenn die Chats deines Kindes nicht zum Training von ChatGPT verwendet werden sollen.
  • Sicherheitsbenachrichtigungen (ab Werk an). Unter „Benachrichtigungen verwalten“ siehst du, ob sie dich per E-Mail, SMS oder Push erreichen.

Solange eure Konten verknüpft sind, kann dein Kind keine dieser Einstellungen selbst ändern. Manche Änderungen gelten erst für neue Chats.

Was der Teen Account nicht kann

Damit du weißt, worauf du dich verlässt – vier Grenzen, die man kennen sollte:

  • Der Lernmodus ist keine Sperre. Er legt fest, wie neue Chats starten. Er gilt nicht für GPTs und Projekte und sperrt den normalen ChatGPT-Modus nicht.
  • Du siehst keine Chats. Die Verknüpfung gibt dir keinen Zugriff auf die Unterhaltungen oder den Verlauf deines Kindes. Sicherheitsbenachrichtigungen kommen nur in wenigen ernsten Fällen und sind laut OpenAI keine Überwachung in Echtzeit.
  • Dein Kind kann die Verknüpfung aufheben. Du wirst dann benachrichtigt, aber deine Einstellungen gelten ab da nicht mehr.
  • Es gilt nur für ChatGPT. Andere KI-Apps und alles, was in WhatsApp, Instagram oder Snapchat passiert, bleiben davon unberührt.
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