Elternratgeber: Die wichtigsten Social-Media-Apps, die Kinder heute nutzen (WhatsApp, Instagram, TikTok, Snapchat, BeReal)

Elternratgeber: Die wichtigsten Social-Media-Apps, die Kinder heute nutzen (WhatsApp, Instagram, TikTok, Snapchat, BeReal)

Julia Huber

​​Kinder und Jugendliche bewegen sich heute wie selbstverständlich in sozialen Medien. WhatsApp, Instagram, TikTok, Snapchat und zunehmend auch BeReal sind feste Bestandteile ihres Alltags. Für Eltern ist es oft schwer, den Überblick zu behalten und zu verstehen, welche Funktionen diese Apps haben und welche Chancen damit verbunden sind. Dieser Artikel gibt Euch einen Überblick über die wichtigsten Plattformen und zeigt, worauf Ihr achten solltet.

WhatsApp

WhatsApp ist der Kommunikationskanal Nummer eins für Kinder und Jugendliche. Hier schreiben sie mit Freundinnen und Freunden, verschicken Sprachnachrichten, Bilder, Videos und organisieren Gruppen. Besonders beliebt sind Klassengruppen oder kleinere Gruppenchats, die über den Tag hinweg fast ununterbrochen miteinander in Kontakt sind.

Charakteristisch sind auch die Statusmeldungen, die wie Instagram-Stories nach 24 Stunden wieder verschwinden. Für Jugendliche ist WhatsApp vor allem wichtig, um nichts zu verpassen und immer erreichbar zu sein.

Instagram

Instagram ist weit mehr als eine Foto-App. Jugendliche nutzen sie, um Bilder und kurze Videos in Stories oder Reels zu teilen, anderen zu folgen und sich über Trends zu informieren. Besonders Reels sind aktuell das Herzstück der Plattform, da sie schnelllebige Unterhaltung und Mitmach-Trends vereinen.

Instagram ist für viele ein Ort der Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower-Zahlen spielen eine große Rolle und können das Selbstwertgefühl beeinflussen.

TikTok

TikTok ist die Plattform für kurze, unterhaltsame Videos. Musik, Tanz, Comedy, Lifehacks – Jugendliche verbringen hier oft viel Zeit, weil der Algorithmus endlos neue Inhalte ausspielt, die auf ihre Interessen zugeschnitten sind. Besonders beliebt sind Challenges, bei denen Jugendliche Trends nachmachen oder kreativ abwandeln. Die große Stärke von TikTok ist Kreativität und Gemeinschaft.

Snapchat

Snapchat war eine der ersten Plattformen, die auf vergängliche Inhalte gesetzt hat. Fotos und Videos („Snaps“) verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Jugendliche lieben es, weil es sich spontaner und privater anfühlt. Besonders wichtig sind „Streaks“ – Serien von täglichen Snaps mit einer bestimmten Person, die als Zeichen enger Freundschaft gelten.

BeReal

BeReal ist eine vergleichsweise neue App, die sich bewusst von Instagram und TikTok abgrenzt. Einmal am Tag bekommen Nutzerinnen und Nutzer eine Benachrichtigung und haben dann zwei Minuten Zeit, ein Foto aufzunehmen – mit Vorder- und Rückkamera gleichzeitig. Ziel ist es, mehr Authentizität zu schaffen und den Druck perfekter Inszenierungen zu reduzieren.

Für Jugendliche ist BeReal spannend, weil alle Freunde gleichzeitig posten und man so einen direkten Einblick in deren Alltag bekommt.

Was Eltern tun können

Alle genannten Apps haben eines gemeinsam: Sie sind soziale Räume, in denen Jugendliche Kontakte pflegen, kreativ sind und ihre Identität entwickeln. Risiken entstehen dann, wenn Druck, Vergleiche oder Fremdkontakte überhandnehmen.

Darum gilt:

  • Zeigt Interesse und fragt nach, welche Apps Eure Kinder nutzen.
  • Sprecht offen über Erlebnisse, Trends und auch über unangenehme Erfahrungen.
  • Richtet die Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen gemeinsam ein.
  • Signalisiert, dass Eure Kinder zu Euch kommen können, wenn etwas nicht passt.

So begleitet Ihr Eure Kinder kompetent in der digitalen Welt, ohne ihnen die Freude am Austausch und an Kreativität zu nehmen.

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